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Banner-Bild: Ditact Teilnehmerinnen

Kurs Spital gehackt. Und jetzt?

Entscheiden im digitalen Ausnahmezustand.
Annika Wägenbauer

Annika Wägenbauer

Digitale Systeme entscheiden heute mit darüber, ob Patient*innen sicher versorgt werden. Krankenhausinformationssysteme, digitale Medikationsprozesse, vernetzte Diagnostik - sie ermöglichen moderne Medizin. Doch was passiert, wenn genau diese Systeme ausfallen? Wenn eine Cyberattacke nicht nur Daten betrifft, sondern Intensivstationen, OP-Pläne und Notaufnahmen?

Dieser Kurs stellt eine zentrale Frage:Wie bleibt Gesundheitsversorgung handlungsfähig, wenn ihre digitale Infrastruktur angegriffen wird?

Ziele 

Der Kurs befähigt die Teilnehmer*innen erste strukturierte Kenntnisse in folgenden Bereichen zu entwickeln:

  • digitale Abhängigkeiten im Gesundheitswesen systemisch zu erkennen
  • Cybersecurity als Führungs- und Organisationsaufgabe zu verstehen
  • regulatorische Rahmenbedingungen (z. B. kritische Infrastruktur, europäische Sicherheitsvorgaben) einzuordnen
  • in komplexen Krisensituationen strukturiert zu entscheiden
  • Resilienzstrategien für Gesundheitseinrichtungen zu entwickeln

Im Zentrum steht strategische Handlungskompetenz, nicht nur technisches Wissen.

Inhalte

Realistische Notfallübung: Wenn das System ausfällt

In einer interaktiven Simulation übernehmen die Teilnehmer*innen Führungsrollen in einem Spital, das von einer Ransomware-Attacke getroffen wird.

Unter Zeitdruck müssen sie:

  • Prioritäten setzen
  • ethische Konflikte abwägen
  • regulatorische Anforderungen berücksichtigen
  • Patientensicherheit sichern
  • strategische Entscheidungen treffen

Die Simulation macht sichtbar, wie eng digitale Infrastruktur, Organisation und Verantwortung miteinander verwoben sind.

Was lernen Sie konkret?

Gemeinsam erarbeiten wir hands-on wie wir:

  • Cyberrisiken im Gesundheitskontext fundiert analysieren
  • Entscheidungsprozesse in digitalen Krisen strukturieren
  • Governance- und Resilienzmaßnahmen entwickeln
  • interdisziplinäre Sicherheitsdebatten kompetent führen
  • digitale Sicherheit als gesellschaftliche Schlüsselkompetenz einordnen

Sie lernen also nicht nur wie Angriffe funktionieren - sondern wie Organisationen handlungsfähig bleiben. 

Digitale Gesundheitsinfrastruktur verstehen

  • Wie Health-IT-Systeme Versorgung ermöglichen - und verwundbar machen
  • Typische Angriffsmuster auf Spitäler
  • Verantwortung, Haftung und Governance

Cybersecurity als Führungsfrage

  • Rollen und Entscheidungsstrukturen im Spital
  • Krisenkommunikation und öffentliche Verantwortung
  • Resilienz statt reiner Prävention

Methodik

Die Simulation wird mehrfach bewusst unterbrochen. In strukturierten Meta-Phasen treten wir aus dem Szenario heraus und analysieren gemeinsam:

  • Welche Annahmen leiten unsere Entscheidungen?
  • Welche Macht- und Rollenstrukturen werden sichtbar?
  • Wo liegen systemische Schwachstellen - technisch, organisatorisch, kulturell?
  • Wie wirken regulatorische Rahmenbedingungen auf reale Entscheidungsprozesse?

Diese Wechsel zwischen Handlung und Reflexion ermöglichen es, das Erlebte nicht nur situativ zu bewerten, sondern in übergeordnete Governance-, Resilienz- und Organisationsmodelle einzuordnen.

Der Kurs verbindet damit Simulation, Analyse und strategische Einordnung und schafft Raum für kritische Diskussion auf fachlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Warum Sie diesen Kurs besuchen sollten

Cybersecurity im Gesundheitswesen ist kein Randthema für IT-Abteilungen. Sie ist eine Frage von Verantwortung, Führung und gesellschaftlicher Stabilität. Spitäler gehören zu den sensibelsten digitalen Infrastrukturen unserer Zeit - und zu den verletzlichsten.

Dieser Kurs richtet sich an Frauen*, die Digitalisierung nicht nur technisch verstehen, sondern gestalten wollen. An jene, die Verantwortung übernehmen möchten - und diese Verantwortung ist interdisziplinär: in IT, Management, Politik, Forschung oder Gesundheitsorganisationen. In unserer Simulation entscheiden - wie im echten Leben - viele Akteur*innen mit, hier sind Pflegefachkräfte genauso gefragt wie Chefärzt*innen. 

Dieser Kurs verbindet Technik, Führung, Ethik und gesellschaftliche Verantwortung.

Sie verlassen ihn mit einem klaren Verständnis dafür,

  • warum digitale Infrastruktur über Versorgungssicherheit entscheidet
  • wie strategische Resilienz aufgebaut wird
  • und welche Rolle Sie selbst in dieser Entwicklung spielen können

Digitale Sicherheit im Gesundheitswesen braucht Perspektiven, die Technik mit Verantwortung verbinden.

Dieser Kurs lädt Sie ein, genau diese Perspektive zu entwickeln. Und dabei haben wir auch noch sehr, sehr viel Spaß (versprochen!).

Infos:

Voraussetzungen:

Für die Teilnahme sind keine besonderen technischen Vorkenntnisse erforderlich.

Der Kurs ist interdisziplinär angelegt und lebt von unterschiedlichen Perspektiven. Wir arbeiten in Gruppen und übernehmen verschiedene Rollen innerhalb der Simulation (z. B. IT-Leitung, Geschäftsführung, ärztliche Direktion, Pflege, Datenschutz, Kommunikation). Jede*r Teilnehmende bringt eine eigene fachliche, berufliche oder akademische Perspektive ein.

Grundlegendes Interesse an Digitalisierung, Gesundheit oder organisationalen Fragestellungen ist hilfreich - spezifisches IT-Fachwissen jedoch keine Voraussetzung.

Eine möglichst heterogene Gruppe ist ausdrücklich erwünscht, Vielfalt ist Programm: Unterschiedliche fachliche Hintergründe, Erfahrungsstände und Perspektiven bereichern die Diskussion und machen die Simulation realistischer. Gerade die Vielfalt an Denkweisen, Kompetenzen und Erfahrungen ermöglicht es, komplexe Krisensituationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Geschlossene Veranstaltung

Nur für die angemeldeten Teilnehmerinnen