Kurs Deep Dive into Deep Learning
Architekturen, mathematische Grundlagen und fortgeschrittene Anwendungen
Deep Learning ist eine der treibenden Kräfte moderner Künstlicher Intelligenz – von Sprachmodellen über Bildverarbeitung bis hin zu autonomen Systemen. Doch wie funktionieren diese Modelle im Detail? Welche mathematischen Prinzipien stehen dahinter? Und wann ist Deep Learning tatsächlich die richtige Wahl?
Dieser Aufbaukurs richtet sich an Teilnehmerinnen mit grundlegenden Kenntnissen im Bereich Machine Learning und bietet eine vertiefte, technisch fundierte Auseinandersetzung mit Deep-Learning-Methoden.
Kursziele
Der Kurs vermittelt ein strukturiertes und erweitertes Verständnis moderner Deep-Learning-Architekturen, ihrer mathematischen Grundlagen und praktischen Anwendungsfelder.
Die Teilnehmerinnen:
- vertiefen ihr Verständnis neuronaler Netze,
- lernen zentrale Architekturen und deren Einsatzgebiete kennen,
- verstehen Trainingsprozesse und Optimierungsverfahren,
- können Deep-Learning-Modelle kritisch bewerten,
- erkennen, wann Deep Learning sinnvoll ist – und wann nicht.
Der Kurs verbindet Theorie, mathematische Intuition und praxisnahe Beispiele.
Inhalte 1. Wiederholung & Fundament
- Grundlagen neuronaler Netze
- Lineare Algebra im Kontext von Deep Learning (Vektoren, Matrizen, Gradienten)
- Aktivierungsfunktionen
- Backpropagation mathematisch erklärt
- Optimierungsverfahren (Gradient Descent, Adam, etc.)
- Loss-Funktionen und Regularisierung
Dieser Teil ermöglicht auch Teilnehmerinnen ohne den Grundlagenkurs den Einstieg.
2. Zentrale Architekturen im Deep Learning
Feedforward Neural Networks (MLP)Grundlagen tiefer Netze und deren Grenzen.
Convolutional Neural Networks (CNNs)
- Feature-Extraktion
- Bildklassifikation
- Objekterkennung
Recurrent Neural Networks (RNNs)
- Sequenzmodellierung
- Zeitreihenanalyse
Long Short-Term Memory (LSTM)
- Vanishing-Gradient-Problem
- Langzeitabhängigkeiten
- Einsatz in Sprach- und Zeitreihendaten
Transformer-Architekturen (Überblick)
- Self-Attention
- Grundprinzipien moderner Sprachmodelle
3. Spezialisierte Anwendungsbereiche
Anomalieerkennung
- Autoencoder
- Reconstruction Error
- Praktische Anwendungen (Industrie, IT-Sicherheit)
Reinforcement Learning
- Agent-Umgebungs-Interaktion
- Reward-Systeme
- Policy-Optimierung
- Q-Learning (konzeptionell)
- Anwendungen in Robotik und Entscheidungsprozessen
Generative Modelle
- Autoencoder vs. Variational Autoencoder (Überblick)
- GANs (Grundprinzip)
- Abgrenzung zu LLMs
4. Training in der Praxis
- Datenanforderungen und Datenqualität
- Overfitting und Underfitting
- Bias-Variance-Tradeoff
- Hyperparameter-Tuning
- Transfer Learning
- Fine-Tuning vortrainierter Modelle
- Rechenressourcen und Skalierungsfragen
5. Wann Deep Learning nicht die beste Lösung ist
Ein kritischer Abschnitt zu:
- Interpretierbarkeit
- Datenmengenanforderungen
- Energieverbrauch
- Reproduzierbarkeit
- Vergleich mit klassischen ML-Methoden
Hier lernen die Teilnehmerinnen, Deep Learning nicht als „Standardlösung“, sondern als Werkzeug unter vielen zu verstehen.
Lernergebnisse
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmerinnen:
- die mathematischen Grundprinzipien von Deep Learning erläutern,
- zentrale Architekturen (CNN, LSTM, Transformer etc.) erklären und einordnen,
- geeignete Modelltypen für konkrete Problemstellungen auswählen,
- Trainingsprozesse verstehen und analysieren,
- typische Fehlerquellen identifizieren,
- einschätzen, wann Deep Learning sinnvoll oder überdimensioniert ist,
- einfache Deep-Learning-Modelle konzeptionell entwickeln und implementieren.
Infos:
Voraussetzungen:
Dieser Kurs ist als Aufbaukurs konzipiert und richtet sich an Teilnehmerinnen mit grundlegenden Vorkenntnissen im Bereich Machine Learning oder Künstlicher Intelligenz.
Geeignet ist der Kurs für:
- Absolventinnen des Kurses „Grundlagen KI – Abseits von ChatGPT“oder
- Studentinnen mit Basiswissen zu neuronalen Netzen und überwachten Lernverfahren
- Studienanfängerinnen aus technischen oder naturwissenschaftlichen Studienrichtungen mit Interesse an KI
Erwartet werden:
- grundlegende Programmierkenntnisse in Python
- ein konzeptionelles Verständnis davon, was ein neuronales Netz ist
- mathematische Grundlagen auf Maturaniveau (z. B. Funktionen, einfache Ableitungen, Vektoren)
Es sind keine perfekten Mathematikkenntnisse erforderlich.Mathematische Konzepte werden verständlich hergeleitet, schrittweise erklärt und im Kontext angewendet. Fragen sind ausdrücklich erwünscht und werden im Kurs ausführlich behandelt.
Der Kurs ist jedoch nicht als allgemeiner Einstieg in KI gedacht und daher für fachfremde Personen ohne Vorkenntnisse nicht geeignet. Dazu bitte den Grundlagen Kurs "Grundladen KI - Abseits von ChatGPT" näher betrachten.
Geschlossene Veranstaltung
Nur für die angemeldeten Teilnehmerinnen